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Mit schrittweiser Öffnung Anstieg der Besucherzahlen / Nutzer buchen jeweils mehr / Deutliches Plus bei Ausleihe digitaler Medien zu verzeichnen.

Knapp sechs Wochen ist es her, dass die Stadtbücherei Ibbenbüren im Zuge von Lockerungen der Corona-Sperren ihre Türen Stück für Stück wieder öffnete. Stichtag für die schrittweise Wiederöffnung des Medienzentrums an der Oststraße war der 12. Mai, nachdem mit dem 13. März der Lockdown erfolgt war. Seitdem steigen die Besuche in der Bücherei stetig.

„Waren es zu Beginn der Lockerungen noch 800 Besuche pro Woche, liegen wir jetzt bei 1000“, hat Stadtbücherei-Leiterin Dagmar Schnittker die Entwicklung seit Anfang Mai nachvollzogen. Zum Vergleich: Mit der Einführung des RFID-Selbstverbuchungssystems für die Medienausleihe Ende 2019 konnte die Besucherzahl auf 3500 bis 3700 pro Woche taxiert werden. Am Jahresanfang waren es dann – zurückhaltender, wie in vielen Bereichen typisch für diese Zeit – 1000 bis 1800 wöchentliche Besuche. „Viele unserer Kunden hatten sich passend zum Jahreswechsel etwas reichlicher mit Medien eingedeckt. Die Feiertage schlugen somit zu Buche. Und kurze Zeit später waren dann ja bereits die ersten Folgen der Corona-Pandemie zu spüren“, blickt Schnittker zurück.

Ausleihverhalten: digital zieht an

Auffällig ist, wenn man die jüngere Entwicklung genauer ins Auge fasst: Die Zahl der Medienausleihen ist nicht in gleicher Weise zurückgegangen wie, pandemiebedingt, diejenige der Besuche. Dagmar Schnittker rechnet vor: „Im Dezember und Januar lagen wir jeweils im Durchschnitt bei 18.000 Ausleihen. Im Mai als dem Monat der schrittweisen Wiederöffnung zählten wir 10.500 Medienausleihen, im Juni 13.600, im Juli mit dem Beginn der Sommerferien 14.700 und im August 12.600 Ausleihen.“ Bedeutet: Die einzelnen Nutzer leihen mehr aus.

Die Bilanz zeigt zudem: Einen deutlichen Anstieg hat es bei der Ausleihe digitaler Medien, der sogenannten Onleihe über das Internetportal muensterload.de, gegeben: Im Lockdown-Monat März gingen die Downloads dort um die Zahl 10.896 nach oben. Das entspricht einer Erhöhung der Nutzung um 27 Prozent auf dann 51.305 Ausleihen insgesamt. Zudem: „Die Anzahl der Nutzer ist zum Vormonat um 20 Prozent gestiegen“, legt Büchereileiterin Schnittker dar. „Hiervon sind 964 oder umgerechnet 12 Prozent neue Kunden der Onleihe. Deshalb wurde der Etat auch kurzfristig um 40.000 Euro erhöht, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.“

Auswirkungen auf SommerLeseClub

Die Corona-Pandemie hat derweil nicht nur Auswirkungen auf die Besucherzahlen der Stadtbücherei Ibbenbüren gehabt. „Der SommerLeseClub war deutlich von Corona beeinflusst“, räumt Dagmar Schnittker unumwunden ein. Nichts anderes allerdings hatten die Organisatoren der Sommeraktion, die längst zum Renner für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geworden ist, erwartet. Zu gravierend schnitt die Pandemie in das gesellschaftliche Leben ein, als dass man davon ausgehen hätte können, sie würde ausgerechnet um den populären SLC einen Bogen machen. „Viele Veranstaltungen konnten nicht wie gewohnt hier in der Stadtbücherei durchgeführt werden“, bedauert Schnittker. Allein, es ist wie es ist. Sicherheit hatte klar Priorität, natürlich.

Insgesamt, skizziert sie den SommerLeseClub im Coronajahr 2020, seien im Rahmen der Aktion viele Bücher gelesen und viele Hörbücher gehört worden, „aber nicht so wie im Vorjahr, da auch die Teilnehmerzahl geringer war“, so die Leiterin der Bibliothek. „Die Ergebnisse der Aktion ,Dein Lieblingsbuch im Karton‘ können sich aber sehen lassen“, freut sie sich, dass die SommerLeseClubber der Pandemie das Feld sozusagen nicht kampflos überließen, stattdessen kreative Glanzlichter in der plastischen Umsetzung von Literatur setzten. Ein weiteres SLC-Detail: „Die von uns angebotenen digitalen Varianten wurden nicht so stark nachgefragt. Aber immerhin: 464 Bücher und 97 Hörbücher waren es in diesem Sommer“, zählt Schnittker auf. Fazit: Engagement und Laune hart entschlossener SommerLeseClub-Fans konnte die Pandemie nicht viel anhaben. Ein Erfolgspunkt für die von vielen heißgeliebte Aktion während der heißen Jahreszeit.

„Alle sind sehr vorsichtig“

Mit der sukzessiven Öffnung der Bücherei einher geht übrigens auch, dass seit drei Wochen die Bibliothek wieder als Arbeitsort genutzt werden kann. „Wobei natürlich auch hier die Hygienevorschriften zu beachten sind“, unterstreicht Dagmar Schnittker. Ihre Beobachtung des Nutzerverhaltens, gleichzeitig ein Lob an die Stammklientel: „Insgesamt sind alle sehr vorsichtig und achten auf die AHA-Regeln: Abstand, Händewaschen, Alltagsmaske.“ Überhaupt, so Schittker, sei es nur ein einziges Mal vorgekommen, dass ein Besucher bei der Suche nach seiner in der Stadtbücherei verbindlich notwendigen Schutzmaske ins Leere gegriffen habe.

Inzwischen ist die Bibliothek zudem wieder samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr geöffnet. Allerdings pausiert an diesem Tag vorerst noch die Vorlesestunde des Ohrenbären für junge und jüngste Besucher. Anstelle dessen wird die Literaturbegeisterung von Steppkes online kultiviert: Gemeinsam mit der Stadtmarketing Ibbenbüren GmbH präsentiert das Büchereiteam im Internet auf ibbstream.de an jedem Samstag ab 11 Uhr Buchlesungen der ehrenamtlichen Vorleser sowie von Stadtbücherei-Mitarbeiterinnen. Dabei wird zu jeder Lesung standardmäßig eine Übersetzung in Gebärdensprache eingeblendet, um gehörlosen Kindern die Teilhabe am Extraprogramm zu ermöglichen. Die Online-Lesereihe „Lese-Kids Spezial“ – auch sie ist eine Antwort auf die Notwendigkeiten, welche die Corona-Pandemie für die Freunde der Bücherei bereithält. Wie sich gezeigt hat: eine gute Antwort.

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